Auf dem Gelände „Am Stallberg“ produziert die Stadt Rottweil unter Leitung von Albert Schmidt eine besondere Erde mit Potential für die Zukunft – Terra Preta. Deren Herstellung und Einsatz wurde nun von den Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau, die sich im zweiten Lehrjahr an der Albert-Schweitzer-Schule befinden, begutachtet.

Der Klimawandel und die Verschlechterung des Boden-Ökosystems zählen zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Mit Pflanzenkohle als wichtigster Bestandteil der Terra Preta lassen sich Böden wieder fruchtbar machen, kann Bewässerung auf ein Mindestmaß reduziert, Pflanzenzuwachs und Erträge gesteigert und Treibhausgasemissionen durch langfristige Kohlenstoffbindung im Boden reduziert werden. Im Boden ist Pflanzenkohle auf Jahrzehnte bis Jahrhunderte stabil. Damit werden CO2-Emissionen vermieden, die bei der Verrottung der Biomasse entstanden wären, wäre diese nicht zu Pflanzenkohle umgewandelt worden.

 

Pflanzenkohle als Nährstoff- und Wasserspeicher

Die Pflanzenkohle besitzt eine poröse Struktur, die eine spezifische Oberfläche von hunderten Quadratmetern pro Gramm aufweisen kann. Damit ist sie ein perfekter Nährstoff- und Wasserspeicher, laut Albert Schmidt.

Damit die Pflanzenkohle ihre Wirkung entfalten kann, befrachtet Albert Schmidt die Pflanzenkohle mit Nährstoffen durch die Kompostierung von städtischem Grünschnitt.

Terra Preta ist bei der Stadt Rottweil wichtigster Ausgangsstoff für den gezielten Einsatz als Baum- und Staudensubstrat, als Rasenerde und Substrat für Balkonkästen und Wechselflorbepflanzungen.

 

Terra Preta im Einsatz

Besonderes Interesse bei den Auszubildenden weckten die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und die vergleichende Betrachtung von Staudenflächen mit und ohne Terra Preta, die in den letzten Jahren von Albert Schmidt in Rottweil erprobt wurden.

Der gute Zuwachs, das gute Erscheinungsbild und die Trockenheitsresistenz der Staudenflächen, die nur eine Woche nach der Pflanzung gewässert werden, überzeugten die angehenden Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner.

 

Terra Preta besticht außerdem durch seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten – sowohl im öffentlichen Raum als auch im Hausgarten oder auch nur auf dem Balkongarten. An Terra Preta kommt keine Landschaftsgärtnerin und kein Landschaftsgärtner vorbei. Sie stellt daher einen wichtigen Bestandteil in deren Ausbildung dar.